Grundlagen cleverer Badplanung

Werkraum Bad | Marie Striewe | Badezimmer | Badezimmerplanung | Badezimmerdesign | Badezimmergestaltung

Jede Badezimmersanierung sollte mit der Analyse des zu planenden Raumes beginnen. So stellen Sie nicht nur sicher, dass Ihr Konzept funktioniert – Sie erzielen auch optisch die optimale Wirkung. Wir zeigen Ihnen, wie Sie auch für schwierige Grundrisse wie das klassische Schlauchbad clevere Lösungen finden.

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Verkehrs- und Sichtachsen festlegen
Stellen Sie sich einfach in die Türöffnung und blicken Sie – wenn vorhanden – zum Fenster. Die dabei entstehenden imaginären Geraden kennzeichnen die Gangzonen, auch Verkehrsachsen genannt. Im nächsten Schritt suchen Sie sich den Punkt, der beim Betreten des Badezimmers als erstes ins Auge springt. Ziehen Sie nun eine Gerade dorthin, erhalten Sie die Sichtachse. Planungsregel Nummer 1: Die so entstandenen Zonen bleiben als Gangzonen soweit möglich unmöbliert. Selbstverständlich lässt sich das nicht immer machen, oder aber man entscheidet sich ganz bewusst dafür, zum Beispiel die Badewanne unter dem Fenster mit Blick ins Grüne zu platzieren. In solchen Fällen ist es dennoch ratsam, zumindest den Blick zum Fenster frei zu lassen und ihn nicht mit Wänden oder weiteren Objekten zu verbauen.

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Die Gangzonen geben extrovertierte und introvertierte Bereiche vor
Nun wissen Sie, welchen Bereichen Ihres Bades zukünftig größere und welchen geringere Aufmerksamkeit zukommen wird. Besonders hübsche Lösungen für das Badezimmer landen später im extrovertierten Bereich, nicht so schöne oder dezentere Objekte im introvertierten.

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Alle Bereiche rechts und links der markierten Achsen können für die Möblierung genutzt werden.

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Spannende Grundrisse dank markanter Raummerkmale
Wie Diagonalen können auch Ecken und Kanten im Raum Gestaltungsachsen vorgeben. Auf diese Weise lässt sich ein und derselbe Grundriss ganz verschieden gestalten. Entlang solcher Achsen können zum Beispiel Möbel gestellt oder verschiedene Funktionsbereiche abgeteilt werden. Kniffe für schwierige Fälle am Beispiel von Schlauchbad und Dachgeschossbad, Der einfachste Trick, um Schlauchbädern ihre schier unendliche Weite zu nehmen, besteht darin, Objekte quer einzuplanen. So wird der Schlauch unterbrochen und die Länge des Raumes optisch entzerrt. Eine weitere Möglichkeit, lange Tunnel aufzulockern, ist die optische Unterbrechung. Wer Funktionsbereiche unterteilen möchte, kann Stufen einziehen, den Fliesenbelag unterbrechen oder gar wechseln. Eine helle, freundliche Farbgestaltung der hinteren Wand kann sie näher wirken lassen. Einen ähnlichen Effekt erzielt eine auffällige Beleuchtung der Rückwand: Rücken wir diese Wand in den Fokus, erscheint sie uns näher, als sie tatsächlich ist. Generell gilt im Schlauchbad: Viel Licht hilft auch viel. Die Beleuchtung der seitlichen Wände gibt dem Raum Breite. Spiegelflächen können diesen Effekt sogar noch unterstützen, da die Vervielfältigung des Raumes nach rechts und links Größe suggeriert, wo gar keine ist. Außerdem gilt in zu langen Räumen: Bodenmaterialien sollten Sie gegen die lange Richtung verlegen, damit der Schlauch nicht zusätzlich betont wird. Bei der Planung eines Dachgeschossgrundrisses sollten Sie mögliche Stoßgefahren ausschließen. Eine bequeme, nicht gebückte Benutzung steht im Fokus. Objekte können durchaus unter Schrägen eingeplant werden. Faustregel für die Badewanne: Die Wanne unter der Dachschräge sollte sich zur Hälfte bis zu zwei Dritteln außerhalb der Zwei-Meter-Linie befinden. Auch eine Dusche ist unter der Schräge möglich. Sie kann den Raum sogar optisch enorm aufwerten, allerdings ist auch hier unbedingt auf die Stehhöhe zu achten. Waschplätze und Toiletten können ebenfalls mutig unter Dachschrägen platziert werden. Für eine komfortable Lösung ist hier allerdings nicht nur die Stehhöhe zu beachten – sondern auch die Nutzbarkeit des Spiegels: Es genügt nicht, den Spiegel unter der Schräge aufhängen zu können. Vor allem hoch gewachsene Menschen sollten darauf achten, dass sie sich auch noch gut darin betrachten können.