Wie reinigt man Acryl , Stahlemaille und Co.?

Ob Mineralguss, Acryl, Keramik oder Stahlemaille: Tipps für die Badreinigung und die Pflege gängiger Materialien im Bad

Werkraum Bad | Marie Striewe | Badezimmer | Badezimmerplanung | Badezimmerdesign | BadezimmergestaltungNeben bekannten und beliebten Materialien im Badezimmer wie Stahl/Email und Keramik haben sich inzwischen auch Sanitäracryl und Mineralguss-Produkte einen ernst zu nehmenden Platz in der Riege der Sanitärobjektmaterialien erkämpft. Die Vor- und Nachteile der einzelnen Oberflächen sind häufig diskutiert – Einigkeit darüber, welches von ihnen nun aber das beste sei, herrscht nicht – Geschmäcker sind eben einfach verschieden. Aus diesem Grund gehe ich in diesem Artikel einer eher praktischen praktischen Frage auf den Grund: Wie gut lassen sich die einzelnen Sanitäroberflächen denn reinigen und worauf sollte man bei ihrer Pflege besonders achten?

Mineralguss im Bad Mineralguss beschreibt eine Mischung mineralischer Füllstoffe mit einem Epoxid-Bindemittel, die kalt als flexible Masse in vorgefertigte Formen gegossen wird, um dort auszuhärten. Sanitärgegenstände aus Mineralguss sind im fertigen Zustand besonders langlebig und robust, da sie durch das Gießen an jeder Stelle über die gleiche dichte Materialbeschaffenheit und -stärke verfügen. Unvorhersehbare Materialschwächen sind so bei hochwertigen Herstellungsverfahren nahezu ausgeschlossen. Besonders beliebt ist Mineralguss wegen seiner nahezu unbegrenzten Flexibilität: Obwohl es sich bei Mineralguss um ein ausgesprochen festes Material handelt, lässt er sich sehr gut formen und bearbeiten – eine immense Erleichterung und damit Kostenersparnis bei der Umsetzung von ausgefallenen Waschbecken- oder Badewannenentwürfen. Aufgrund ihrer Massivität verfügen Mineralguss-Objekte über eine vergleichbar lange Lebensdauer, was dem Material also auch in Hinblick auf Reinigung und Pflege in die Karten spielt. Mineralguss reinigen und pflegen Aufgrund der beschriebenen Härte ist das Material besonders beständig und somit resistent gegen Kratzer. Sollte es allerdings doch einmal zu einem Schaden kommen, lassen sich vor allem kleinere Mängel fast rückstandslos mit speziellen Reparatur-Sets oder sogar feinem Schleifpapier beheben. Mineralguss besticht nicht nur optisch durch eine glatte und fugenfreie Oberfläche; diesen Eigenschaften verdankt es sich auch, dass der Stoff keine Angriffsfläche für Schmutz, Bakterien oder Keime bietet. Hohe Materialdichte und Porenlosigkeit verhindern das Eindringen von Flüssigkeiten, so dass Mineralguss auch nach jahrelanger täglicher Beanspruchung nicht spröde wird. Grundsätzlich sollte man bei der Reinigung von Mineralguss auf säurehaltige Mittel verzichten. Sorglos können Sie aber seifenhaltige Mittel oder spezielle Mineralgussreiniger verwenden.

Acryl im Bad Acryl ist ein unter Hitzeeinwirkung formbarer Kunststoff, der bei der Verarbeitung in die gewünschte Form gezogen wird. Dem Mineralguss nicht unähnlich, ist Acryl sehr flexibel und eignet sich deshalb insbesondere für die Umsetzung ausgefallener Designs. Auch der Kostenfaktor hat Sanitäracryl zu einem ernst zu nehmenden Wettbewerber werden lassen, da es speziell bei der Herstellung von großen und aufwendigen Objekten deutlich günstiger als emaillierter Stahl ist, aber ähnlich schlank sein kann. Acryl reinigen und pflegen Acryl ist pflegebedürftiger als Mineralguss, zählt aber dennoch zu den eher pflegeleichten Oberflächen im Badezimmer. Da Acryloberflächen glänzen, sieht man Ablagerungen und Kalkrückstände früher als auf matten Mineralgussoberflächen. Nach dem Kontakt mit Wasser reicht es aber in der Regel, die Wanne oder das Becken trockenzuwischen. Das Putzen mit milden Badreinigern reicht bei alltäglichen Verschmutzungen aus. Auf körnige Reiniger sollten Sie bei Acryl unbedingt verzichten, da sie mit ziemlicher Sicherheit die Oberfläche zerkratzen würden. Sollte es dennoch einmal zu Schäden im Material kommen, lassen sich Acrylobjekte wiederaufbereiten. Dazu eignet sich bei leichten Blessuren sogar eine handelsübliche Politur. Für weniger experimentierfreudige Acrylbesitzer gibt es außerdem Acrylpflege-Sets. Tiefen Kratzern können Sie, wie bei Mineralguss, mit sehr feinem Schleifpapier zu Leibe rücken – allerdings ist dies aufgrund der geringeren Materialstärke nur eingeschränkt möglich.

Sanitärkeramik im Bad Sanitärkeramik besteht im Wesentlichen aus glasiertem Ton. Bevor eine Wasch- oder WC-Schüssel entsteht, wird die Rohmasse in die gewünschte Form gebracht, getrocknet und bei Temperaturen von bis zu 1300 Grad gebrannt. Dabei gilt: Je heißer der Brennvorgang, desto härter und widerstandsfähiger wird am Ende die Keramik. Sanitärkeramik reinigen und pflegen Objekte aus Sanitärkeramik erlangen durch das Brennen eine äußerst dichte und kratzfeste Oberfläche, so dass ihnen – bei intakter Glasur – haushaltsübliche Säuren und Laugen nichts anhaben können. Für die tägliche Pflege von Sanitärkeramik reichen bei geringen Verschmutzungen schlicht klares Wasser und ein sauberes Tuch. Bei hartnäckigeren Verschmutzungen, zum Beispiel durch Fett und Seifenreste, helfen handelsübliche Badreiniger oder Essigwasser. Auch frischen Kalkflecken geht es mit Essigessenz schnell und zuverlässig an den Kragen. Scheuermilch oder -pulver sind nicht für die Reinigung von Sanitärkeramik zu empfehlen. Auch aggressivere Oberflächenreiniger, zum Beispiel für Armaturen, oder gar Rohrreiniger schaden der Keramikoberfläche. Toiletten können Sie natürlich sorglos mit Abflussreinigern behandeln, da diese, mit Wasser vermischt, weniger konzentriert auf die Keramik wirken. Gelangt doch einmal etwas unverdünnter Reiniger direkt auf die Keramikoberflächen, sollten Sie ihn entfernen. Genau wie durch Zahncreme oder andere fluorhaltige Reiniger können sonst hässliche stumpfe Flecken zurückbleiben. Seit wenigen Jahren geben uns verschiedene Hersteller weiter die Möglichkeit, Keramikoberflächen zusätzlich mit Beschichtungen zu veredeln, die die Reinigung weiter erleichtern sollen. So liefern die großen Sanitärhersteller inzwischen Keramikoberflächen, die antibakteriell wirken und so verhindern sollen, dass die WC-Schüssel zum Tummelplatz für Keime wird. Auch eingebrannte Beschichtungen, die das Abperlen des Wassers begünstigen sollen, helfen dem Verbraucher bei der lästigen Reinigung der Toilette.

Stahlemaille im Bad
Stahlemaille bezeichnet mit Emaille veredelte Stahlkörper. Die gewünschte Form wird aus titanveredelten Stahlblechen gefertigt und dann mit durch Brennen mit einer Email-Oberfläche beschichtet, die sich aus Silikaten und Oxiden zusammensetzt. Stahlemaille kombiniert so die gestalterische Vielfalt des Trägermaterials Stahl mit der besonders widerstandsfähigen Emaille-Oberfläche. Stahl ist äußerst stabil in seiner Form und hält großen Belastungen stand. Im Gegensatz zu anderen Sanitärmaterialien sind für Stahlemaille-Produkte keine zusätzlichen Stabilisierungsmaßnahmen erforderlich. Außerdem lassen sich Formen millimetergenau herstellen, wodurch man beim Einbau in Waschtische keine Toleranzen einplanen muss. Bei der täglichen Nutzung entsteht weniger Bewegung der Objekte an sich und somit auch weniger Bewegung an empfindlichen Wartungsfugen. Stahlemaille reinigen und pflegen Besonders beliebt ist die Emaille-Oberfläche wegen ihrer Langlebigkeit: Auch nach Jahren ständiger Benutzung zeigen emaillierte Objekte häufig nahezu keine Gebrauchsspuren. Aufgrund ihrer überdurchschnittlichen Härte ist die Oberfläche ausgesprochen unempfindlich. Ihre Dichte macht sie außerdem sehr hygienisch und leicht zu pflegen – sogar Badezusätze und Kosmetik wie Nagellacke oder Färbemittel lassen sich bei schnellem Handeln rückstandslos wieder entfernen. Selbst Säuren machen Stahlemaille nichts aus. Und sollte eine Emaille-Oberfläche doch einmal ihren Glanz verloren haben und an einigen Stellen gelblich oder stumpf wirken, gibt es auch für Stahlemaille-Objekte spezielle Aufbereitungs- und Polier-Sets.